Lecker Tod

25.06.2013 | 15:50 |

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Beim Urlaub im Land des “Nieuwe Maatjes” habe ich mich gefragt, wie das eigentlich mit dem Töten des Herings aussieht. Mir war schon klar, daß es für die Fische kein Spaß ist – aber so heftig? Die Krepierzeit , die ich in dem Dossier (PDF) der Organisation “fair fish” gefunden habe, beträgt bei

  • lebend ausnehmen (Kehlen im Fall von Heringen): 25–65 Min., bei
  • Erstickenlassen ohne Ausnehmen: 55–250 Min.

Eet smakelijk und guten Appetit.

Letzte Worte (ohne Worte)

03.05.2013 | 21:49 |

Ausschnitt aus dem Kreuzigungs-Gemälde Conrad Laibs, ca. 1449 - via wikimedia

Im hr2-Doppelkopf-Gespräch mit Holger Schlageter, „Burn-Out-Berater“, vermutet Moderatorin Karin Röder in Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen? „auch so etwas wie einen Burn-out“.

Chapeau.

Wenn es nicht so (aber-) witzig wäre … Ich könnte noch „Moses und der brennende Busch“ anbieten.

(Zur Audio-Datei (Direktlink), die Stelle ist bei 34:35; mein Dank geht an Markus Becker, der mich auf dieses Zeugnis heutiger Moderationskunst hinwies.)

Ein Prosit!

22.03.2013 | 0:25 |

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Heute vor 250 Jahren wurde Jean Paul Richter geboren. Der die gute Idee hatte: “Überhaupt warum errichtet kein Mann, der Korrespondenz hat, eine Leihbibliothek von lauter Briefen?”

Lang soll man lesen!

DRadio Wissen – alles für die Quote?

14.03.2013 | 10:57 |

Bei DRadio Wissen kann man ModeratorInnen oft beim Suchen nach Gedanken während des Redens zuhören. Dieser Beitrag von Magdalena Bienert über “Hohle Phrasen in der Kunstwelt” senkt das “Ich bin doof, und das ist auch gut so!”-Niveau auf eine neue Stufe. Was ist unter dem Tiefparterre?

Daß eine DRadio-Redaktion solche populistisch-dummen Beiträge sendet, macht mich dann aber doch sprachlos. So zwei bis drei Sekunden.

Vergeßt die Rolling Stones

02.03.2013 | 19:00 |

Michael Saagers Besprechung im dschungel 9 / 2013, S. 12 trägt die Unterzeile “Vergesst Tom Wolfe!”. Mein “Gefühl” aka mein durch längere Leseerfahrung gebildetes Vor-Urteil sagte mir: “Vergiß diesen Text.” Unaufgeregt, ohne Rufzeichen. Aber, wie sich beim Lesen herausstellt, berechtigt.

Wer einen Aufsatz-Band mit der Aufforderung beginnt, etwas anderes auf den Schutthaufen der Geschichte zu werfen, wird seine Gründe haben. Bei Michael Saager kann es eigentlich nur – im wahrsten Sinne der Phrase – “name dropping” sein – in seinem Text taucht Tom Wolfe nicht mehr auf.

Stattdessen lese ich ein Musterbeispiel verschwurbelt-candierter Textbaustein-Prosa, das großartig für ein Anfänger-Seminar “Wie soll ich nicht schreiben” taugt. Möglicherweise erlag Saager beim Schreiben seines Textes der Illusion, durch polternden Überschwang bereits “die Gepflogenheiten des sogenannten seriösen Journalismus ein bisschen umzukrempeln”.

Daß etwas an der Aufforderung zum Vergessen nicht stimmen könnte, wenn er über einen Autor schreibt, der noch nicht mal geboren war, als Tom Wolfe bereits erfolgreich veröffentlichte, scheint ihm nicht in den Sinn gekommen zu sein.

Und wenn diese Unterzeile gar nicht von ihm stammt, vielleicht sogar gegen seinen Willen eingesetzt wurde? Dann bleibt es immer noch ein langweiliger Text, der mit dieser Parole vielleicht gerettet werden sollte.

Schön, daß ich mich noch auf mein Lesegefühl verlassen kann.

Ein Köln. Ein Radio. Ein …

17.10.2012 | 17:22 |

Kürzlich sah ich eine Werbetafel von Radio Köln. Was dieses kleine, offensichtlich nachträglich angebrachte Quadrat bedeuten soll, habe ich aber nicht so recht verstanden.

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… möchte “Ein Hörer” kaufen und auflösen.

Funktionaler Analphabetismus

30.09.2012 | 16:50 |

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Nee, is klaa, kein Thema … Fällt wahrscheinlich in die Kategorie “funktionale Schwächen des Alltags”.

Zufälle des Alltags

23.09.2012 | 12:15 |

Streetart von ROA mit einer riesigen Ratte auf einer Wand

Das gerade via StumbleUpon gefundene Bild von ROA (Pilsen, Chicago, USA) paßt extrem zu meiner aktuellen Lektüre “Wenn das Schlachten vorbei ist” von T.C. Boyle :-)

Gibt mir zu denken …

12.09.2012 | 21:07 |

Eine mir nahestehende Person hat seit längerer Zeit aus beruflichen Gründen eine Batterie von Mobilgeräten. Samsung, HTC, HP, Blackberry, Nokia, Sony. Mit Android, Bada, webOS, Windows Phone.

Und freute sich jetzt wie ein Schneekönig auf den gebraucht gekauften iPod Touch. Irgendwas muß an den Apfelprodukten dran sein …

Typofreak

09.09.2012 | 15:36 |

Bei Facebook sah ich einen Hinweis vom Verlag Hermann Schmidt auf Hypnotic type. 109.242 Schriftzeichen in 2:31 Stunden.

Wer mich kennt, weiß, daß man mir nur ein Zuckerl mit dem Wort “Typo” hinhalten muß, schon sause ich los. Typofreak eben. Ich schaue mir z.B. gern Schriftmusterbücher an (Kaprs “Schriftkunst” ist immer ein Quell großer Augenfreude), überhaupt schöne oder originelle Druckerzeugnisse. Oder Gary Hustwits spannende Doku “Helvetica” über diese scheinbar alltägliche Schrift.

Was mich bei Hypnotic type erwarten sollte, konnte ich mir allerdings nicht vorstellen. Daß da 2,5 Stunden lang Unicode gezeigt würde, hielt ich für unmöglich.

Also schaute ich erst mal mit dem iPhone ins Video. Die ersten 1–2 Minuten liefen Unicode-Zeichen zu clubbiger Musik. Das konnte doch nicht die ganze Zeit so weiter gehen? Also sprang ich zu Minute 32, dann zu 1h15. Doch, ging so weiter. Ich war erst mal fassungslos. Das war nun wirklich nerdig.

Also verband ich iPhone mit dem Fernseher, große Soundanlage dazu – und los ging es. Mit jedem neuen Unicode-Satz wechselte die Hintergrund-Farbe, ein kurzer Blick nach links unten zeigte, was jetzt dran war. Schnell fielen die Ähnlichkeiten, aber auch die Unterschiede auf.

Durch die zentrierte Anordnung sah ich, wie sich manche Schriften im Raum “bewegten”, während viele setz-freundlich mittig blieben. Bei Minute 7 kam dann mein erstes Hochlicht: Die Schrift der Lepcha begeisterte mich mit ihren schönen Schwüngen.

Nach kurzer Zeit war jeder Gedanke, daß es aber doch ziemlich irre sei, sich die ganze Zeit Schriftzeichen in schneller Abfolge anzusehen, verschwunden. Es stellte sich beim Betrachten ein “Flow” ein, der beinah etwas meditatives hatte. Und der mir zeigte: 26 Zeichen sind nicht genug :-)

Absolute Guck-Empfehlung.