An ihren Worten …

01.07.2018 | 9:20 |

Eine Tür mit eingeschlagener Scheibe

Irgendwo habe ich neulich gelesen, daß es zum Handwerkszeug von Journalist*innen gehört, die Bedeutung und Sprachgeschichte von Wörtern zu kennen.

Im Webauftritt eines öffentlich-rechtlichen Senders wurde vor kurzem “eine Stadt gesäubert”, als es darum ging, Müll aufzuheben.

Bei einem anderen wurden jetzt doppelte Postleitzahlen, die durch die Wiedervereinigung auftraten, mit der 5stelligen Postleitzahl “ausgemerzt”.

Von Formulierungen wie “Innerer Reichsparteitag”, “Nacht-und-Nebel-Aktion” oder “(beliebiger Begriff)-Tsunami” ganz zu schweigen.

Ich vermute, ich habe das mit dem Handwerkzeug in einem Buch gelesen, das aus der Bibliothek einer öffentlich-rechtlichen Anstalt stammt und als “veraltet” aus dem Bestand genommen wurde.

Oder ist das gewollt? #woistderaluhut

Ein Volk, ein Ball, ein Spielführer

24.06.2018 | 11:48 |

Uff, und ich dachte schon, ich sei der einzige, der diese ständig auf Anschlag propagandierenden Phrasendrescher im öffentlich-rechtlichen Sportfernsehen für bedenklich hält. Schlimmer als die Verabschiedung vom Journalismus ist aber die übel müffelnde Tendenz zum großen WIR.

Ein gutes “Breitband”-Gespräch bei Deutschlandfunk Kultur mit Jürgen Roth über die Sportjournalisten der Fußball-WM: “Das sind PR-Heinis”.

Iovi, Doofie

18.06.2018 | 8:58 |

Schafe auf einer Weide, schauen zur Kamera

Interessant: Der werktägliche BpB Newsletter beginnt heute mit

Guten Morgen,
 
stell dir vor, der Staat schreibt dir plötzlich vor, jeden Tag mehr zu arbeiten – und das bei gleichbleibendem Lohn. Wer würde da nicht auf die Barrikaden gehen?!

Genau das passierte gestern vor 65 Jahren, am 17. Juni 1953, in der DDR.

Ersetze “Staat” durch “Unternehmen/Firma/Chef”, was wäre da der Unterschied? Klar, da geht heute niemand mehr auf die Barrikaden. Sondern hört geduldig Sätze wie “Die Arbeitsverdichtung ist doch noch gar nicht angekommen”.

Artifischell Intellgenzija

15.06.2018 | 19:30 |

Werbebanner mit Briefmarken aus dem III. Reich

Tzz, tzz, tzz – kaum schreib ich was über Nazis, schon schlägt der Werbe-Alkorütmus zu … Und es sind tatsächlich so was von die letzten Marken.

lechts und rinks

13.06.2018 | 19:20 |

Schrift das ist kein braun auf einem braunen Hintergrund

Wieder einmal ein sehr gutes Politisches Feuilleton im Deutschlandfunk Kultur. Tobias Ginsburg plädiert für klare Begrifflichkeiten (Link zur Audiodatei). Ich kann allerdings verstehen, daß Rechtsextreme sich nicht als “Rechtsextreme” bezeichnen lassen wollen – “Nazis” klingt eben einfach schmissiger.

Musik zum Tag

20.04.2018 | 8:59 |

Titelseite der US-Soldatenzeitung
Typisch Lügenpresse …

“Der böse Mann mit dem kleinen Bart ist noch gar nicht tot …”

2001 veröffentlicht, ist Jan Delays Liedtext von “www.hitler.de” immer noch aktuell. Über den erwähnten “General von Stauffenberg” (der kein General war) sollte aber noch mal gesprochen werden.

Natürlich unterkomplex, aber …

20.04.2018 | 8:44 |


verderber.jpg

“Deutschlands Verderber” ist natürlich unterkomplex. Auch “Bestie” würde es wohl nicht richtig treffen. “Verrückter” sowieso nicht.

Aber da sich auch in Deutschland manche Diskussionen gerade in Richtung “unterunterkomplex” bewegen, lasse ich das mal so stehen.

Falls jemand noch dem Herrn Schicklgruber jr. seine “Persönlichkeit” besser einschätzen möchte, empfehle ich auch heute wieder, die

“Analysis of the Personality of Adolph H**ler
With Predictions of His Future Behavior and Suggestions
for Dealing with Him Now and After Germany’s Surrender.”

zu lesen.

Oder die gerade erschienene Neuausgabe von Franz Neumanns “Behemoth. Struktur und Praxis des Nationalsozialismus 1933 – 1944.” Oder. Oder. Oder …

Arnfrid Astel ist tot – RIP

14.03.2018 | 0:37 |

Der Schriftsteller Arnfrid Astel ist am 12. März 2018 gestorben.

Mir “begegnete” er zum ersten Mal durch die großartige Reihe Literatur im Gespräch* (dort zum Nachhören), als ich mich etwas intensiver mit Georges Perec beschäftigte. Arnfrid Astel war lange Zeit Leiter der Literaturabteilung bei SR und hatte in der Reihe u.a. 1969 Georges Perec und seinen Übersetzer Eugen Helmlé vorgestellt.

Auf der Website Zikaden kann man u.a noch Texte und Gedichte von Arnfrid Astel lesen.

Einen Nachruf gibt es auf SR 2 Kulturradio.

………………..
* Der SR hat die Reihe als Podcast vor einigen Jahren öffentlich zugänglich gemacht.

My Christmas Playlist for 2017

25.12.2017 | 15:35 |

Lettering Merry Xmas

Every year I have a Christmas playlist. Looking for one song and find as many interesting versions as I can. Wonder if there is any musician who not made a version of it: Enjoy 103 of Have Yourself a Merry Little Christmas.

  1. Ernie & Bert
  2. Mary J. Blige
  3. The Light Parade
  4. Leslie Odom Jr.
  5. Chase Holfelder
  6. Matthew West
  7. Kenzie Nimmo
  8. Bette Midler
  9. Manhattan Transfer
  10. Toni Braxton
  11. Mormon Tabernacle Choir
  12. Whitney Houston
  13. Zonnique
  14. Fanni Mayer
  15. Rosemary Clooney
  16. Ella Fitzgerald
  17. James Taylor
  18. Kenny G
  19. Lady Antebellum
  20. Connie Francis
  21. Keyshia Cole
  22. Henry Mancini
  23. Pentatonix (A Capella)
  24. Luther Vandross
  25. Frank Sinatra
  26. Dexter Gordon Quartet
  27. The Count Basie Orchestra
  28. Vienna Boys Choir, London Symphony Orchestra
  29. Etta James
  30. Barbra Streisand
  31. Lou Rawls
  32. SOL3 MIO
  33. White Boys (Beat Box)
  34. JLCO with Wynton Marsalis feat. Cécile McLorin Salvant
  35. Kurt Nilsen
  36. Postmodern Jukebox ft. Von Smith
  37. Vickie Winans
  38. The Pretenders
  39. Katharine McPhee feat. Chris Botti
  40. Reneé Dominique (Ukulele)
  41. Barry Manilow
  42. Kelly Clarkson
  43. Perry Como
  44. Jeanie Bryson
  45. Gloria Estefan
  46. Eva Celia
  47. George Shearing Quintet
  48. Mario Biondi
  49. Blue Rodeo
  50. Spyro Gyra
  51. Gardiner Sisters (A Capella)
  52. Usher
  53. Kacey Musgraves
  54. David Sanborn
  55. Robbie Williams with Jamie Cullum
  56. TC
  57. Al Jarreau & MUSICA NUDA
  58. Tom Waits (well, he sings in a way …)
  59. Toby Keith
  60. Colbie Caillat
  61. The Canadian Brass
  62. Andrew Belle
  63. She & Him
  64. Lauren Daigle
  65. Hannah Kerr
  66. Doris Day
  67. Daniela Andrade
  68. Mel Torme
  69. Tony Bennett
  70. Rod Stewart
  71. Kenny Rogers
  72. Sam Smith
  73. Lionel Richie
  74. Fifth Harmony
  75. European Jazz Trio
  76. Alan Jackson
  77. Coldplay
  78. Glee Cast
  79. Eydie Gorme
  80. Jackson 5
  81. What About Bill?
  82. Carpenters
  83. Synje Norland
  84. Straight No Chaser (A Capella)
  85. Lee Ritenour
  86. Take 6 (A Capella)
  87. Libera
  88. George Cables Trio
  89. Diana Krall
  90. RickExpress and Nikko Ielasi
  91. Grover Washington
  92. In Full Swing (A Capella)
  93. Hope
  94. The Whispers
  95. Martina McBride
  96. Bing Crosby
  97. Ledisi
  98. Jazzy Club
  99. Princeton
  100. Chicago
  101. Billy Joel
  102. Judy Garland
  103. Christina Perri

Yes. Call me a Nerd.

Geschichtsprofis beim Deutschlandfunk

30.10.2017 | 23:11 |

Anne Frank, 1940 - Unbekannter Fotograf; Collectie Anne Frank Stichting Amsterdam, Public Domain

Interessant, was ich eben durch den “Kultur heute”-Beitrag “Ein ICE namens Anne Frank – richtiges Signal oder Pietätlosigkeit?” im Deutschlandfunk erfuhr:

“… wäre da nicht auch der Name der niederländischen Jüdin Anne Frank im Gespräch”
(Anmod des Beitrags bei 0:35)

Hey, warte mal: Anne Frank? Das war doch dieses Mädchen, das in Amsterdam gewohnt hat. Klar, dann war sie also Niederländerin!

Wie, ihre Eltern Otto Heinrich Frank und Edith Frank-Holländer waren Deutsche, und sie wurde in Frankfurt geboren? Die Nazis entzogen ihr – wie der ganzen Familie – die deutsche Staatsbürgerschaft?

Ach, jetzt mal nicht so kleinlich …

……….
[Foto: Anne Frank, 1940. Unbekannter Fotograf; Collectie Anne Frank Stichting Amsterdam, Public Domain]